Von Daniel Münz
Es ist bekannt, dass Sport und Religion eng miteinander verknüpft sind. Ein Beispiel sind die Sportler, die Gott darum bitten, dass er ihnen Kraft gibt, die nächste Hürde mit Erfolg zu meistern. Bei diesen Sportlern handelt es sich meistens um gläubige Christen und gläubige Muslime. Sie zeigen dadurch ihren Glauben in der Öffentlichkeit und nehmen für viele Gläubige eine Vorbildsfunktion ein. Diese Gesten gehören inzwischen zum Sport dazu und werden toleriert.
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Keine Akzeptanz hingegen finden weibliche Muslime, wenn sie Leistungssport ausüben wollen. Viele Familien verbieten ihren Töchtern Leistungssport zu betreiben, weil sie alleine schon der Kleidung wegen gegen den Koran verstoßen. „Die Süddeutsche Zeitung“ hat nun in einem Artikel eine Frau vorgestellt, die in Peking für Aufsehen sorgt. Roqaya al-Gassra, eine 25-jährige Sprinterin aus dem Bahrain, ist symbolisch für den modernen Moslem-Glauben. Sie hat es geschafft an den olympischen Spielen und anderen großen Sportereignissen teilzunehmen, ohne gegen den Koran zu verstoßen. Die Frau, die aus einer streng gläubigen Familie stammt, läuft jeden Sprint mit einem Hidschab, einer Ganzkörperbedeckung, wie Frauen sie in einigen islamischen Ländern wie dem Iran und Saudi-Arabien tragen müssen. Damit verkörpert die Sprinterin die Vereinigung von Leistungssport und islamischer Religion. Sportexperten inspiriert die Bahrainerin zu Diskussionen darüber, wie stark sie ohne Hidschab laufen könnte. So stark sind ihre Zeiten inzwischen schon mit dem Ganzkörperanzug. Sie selbst stört sich nicht wirklich daran. Die Sprinterin ist der festen Auffassung, dass der Hidschab ihr Kraft gibt.
Roqaya al-Gassra hat ein Zeichen gesetzt. Sie hat demonstriert, dass auch islamische Frauen Leistungssport betreiben können. Vielleicht gelingt es ihr damit, das Tor für eine neue islamische Sportgeneration aufzustoßen. Es wäre Frauen in der islamischen Welt zu wünschen. Warum sollten Frauen nur wegen ihres Glaubens daran gehindert werden, Sport zu treiben? Es wird Zeit, dass auch die islamische Welt erkennt, dass Frauen die gleichen Rechte zugebilligt werden sollten wie Männern. Frauenrechte scheinen im Sportbereich nicht außer Reichweite zu liegen, sofern die Sportlerinnen die Grenzen des Korans akzeptieren.
Menschen wie Roqaya al-Gassra sind in der Lage etwas zu verändern. Es ist ihr zu wünschen, dass sie mit ihrer Überzeugung auch die islamischen Frauen begeistert. Dann dürften wir bei den olympischen Spielen 2012 in London einen wesentlich höheren Anteil an islamischen Sportlerinnen zu sehen bekommen.
Doch eines ist ganz klar: Auch Roqaya al-Gassra kann es nicht alleine schaffen, die kulturellen Traditionen zu verändern. Jeder einzelne muss seinen Teil dazu beitragen, dass sich etwas ändert. Ob es um Menschenrechte oder andere religiöse Diskussionsthemen geht, es braucht mehr als nur eine Roqaya al-Gassra, um aus einem Zeichen eine Veränderung zu erreichen.
Quelle: Jesus.de
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